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Bulgarien - Der Markt von Kableshkovo

Text und Fotos: Dennis Gloth

Nach einem kleinen Frühstück machen wir uns wieder einmal auf den Weg zum Busbahnhof. Schon jetzt ist die Hitze zu spüren, sodass wir uns nach Möglichkeit in den Schatten retten, der von den großen Hotelkomplexen auf die Straßen geworfen wird. Als wir am Bahnhof ankommen herrscht schon reger Betrieb. Wir drängeln uns mit vielen anderen Menschen in die Linie 22. Nach ca. 30 Minuten erreichen wir Kableshkovo.

Der Markt in Kableshkova, Bulgarien

In der Kleinstadt findet jeden Donnerstag ein Markt statt, der eine Mischung aus Flohmarkt und Lebensmittelmarkt ist. Neben ein paar alten Sachen kann man hier vor allem viel Kleidung kaufen. Einige Händler bieten ihren Honig an, andere verkaufen Gewürze oder Öle. An der Hauptstraße gibt es Obst. Vor allem leckere saftige Kirschen gibt es gefühlt an jeder Ecke. Trotz des Angebotes sind wir etwas enttäuscht. In etwa einer Stunde hat man den Markt bei normalen Tempo komplett gesehen und eigentlich können wir die Rückreise antreten.

Alte Frau auf dem Markt in Kableshkova, Bulgarien
Eine alte Frau verkauft hier selbstgehäkelte Tischdecken.
Markt von Kableshkova, Bulgarien.
Reichlich Auswahl in einem Obstladen am Markt.

Wir entschließen uns, noch ein bisschen die Stadt zu erkunden, die augenscheinlich aber nicht viel zu bieten hat.  In den Nebenstraßen fallen uns immer wieder mehr oder weniger zerfallene Häuser auf. Eine lange menschenleere Straße führt auf einen Berg an deren Ende scheinbar weitere zerfallene Häuser stehen.

Straße mit Schlagloch in Kableshkova, Bulgarien.
Straßen und Häuser haben in Kableshkova ...
Eingestürztes Haus in Kableshkova, Bulgarien.
... schon bessere Zeiten erlebt.

Als wir oben ankommen, trauen wir unseren Augen nicht. Wir finden uns mitten in einem bulgarischen Dorf wieder. Die Häuser, die wir aus der Entfernung für Ruinen halten, sind bewohnt. Sie ähneln eher Baracken, haben teilweise keine Fenster oder Türen. Wir können gar nicht so schnell gucken, da sind wir auch schon von neugierigen Kindern umzingelt, die scheinbar nur selten Touristen zu Gesicht bekommen. Einige der Kinder sprechen englisch, das sie in der Schule lernen. Und so reden wir ein paar Sätze miteinander. Obwohl die Kinder uns sehr herzlich empfangen, ist uns das Ganze irgendwie nicht ganz geheuer. Wir gehen die Straße trotzdem weiter und fühlen uns ein bisschen wie in einer TV-Reportage vom ARD Weltspiegel über ein Dorf irgendwo in Afrika. Überall führen kleine unbefestigte Gassen zu den barackenartigen Bauten. Eine alte Frau mit Stock und einer großen Tasche kreuzt unseren Weg und verschwindet langsam in einer Straße die scheinbar noch tiefer in das Dorf führt. Wir folgen der Straße nicht weiter und sehen zu, dass wir zurück in die Stadt gehen.

Häuser ohne Fenster und Türen in Kableshkova, Bulgarien.
Viele der Häuser haben weder Fenster noch Türen ...
Straße in Kableshkova, Bulgarien.
... und machen keinen vertauenswürdigen Eindruck.

Straße in Kableshkova, Bulgarien.
Weiter als bis hier trauen wir uns nicht in das Dorf.

Auf dem Weg dorthin versuchen wir das eben Erlebte zu verarbeiten. Für uns ist es schwer zu verstehen, dass Menschen in Europa in solch ärmlichen Verhältnissen leben müssen. Das Ganze nur wenige Kilometer entfernt von einem Ort wie dem Sonnenstrand, wo allein im Jahre 2015 Einnahmen von schätzungsweise knapp 5,4 Mrd. Euro nur durch Tourismus erzielt wurden.

Bildergalerie Kableshkovo

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