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Wolfshagen | Kurzurlaub im Harz

Text und Fotos: Dennis Gloth

Um uns eine kleine Auszeit vom Alltag zu nehmen, checken wir Anfang März für ein verlängertes Wochenende in einem kleinen Hotel in der Nähe von Goslar ein. Das Wetter ist zwar mehr als durchwachsen, doch lassen wir uns davon nicht abhalten, ein paar schöne Wanderungen durch die Wälder des Harzes zu machen.

Die Spur der Steine

Die letzten Tage hat es nur geregnet. Am Tag unserer Ankunft sieht das allerdings anders aus. Strahlender Sonnenschein herrscht über Wolfshagen. Das nutzen wir gleich aus und machen einen Abstecher zum Diabas-Steinbruch, den ich im Vorfeld der Reise im Internet entdeckt habe. Der etwas steile Weg durch den Wald, bringt uns Stadtmenschen gleich mal ordentlich zum Schwitzen. Aber die Mühe lohnt sich. Von oben hat man einen fantastischen Blick auf den Steinbruch und die umliegende Natur. Nachdem wir hier einige Zeit verbracht haben, wird es Zeit zum Check In im Hotel und dem Abendessen, denn die frische Luft macht hungrig. Da ist das Schnitzel mit Kartoffelspalten und ein kühles Bier genau das Richtige, um den Tag ausklingen zu lassen.

Diabas-Steinbruch, Goslar, Niedersachsen, Wolfshagen, Harz, Deutschland
Diabas-Steinbruch, Goslar, Niedersachsen, Wolfshagen, Harz, Deutschland
Diabas-Steinbruch, Goslar, Niedersachsen, Wolfshagen, Harz, Deutschland

Bergwerk Lautenthal

Bergwerk Lautenthal, Harz, Deutschland

Ein bisschen Kultur darf bei so einem Trip natürlich auch nicht fehlen und so besuchen wir an einem Tag das Bergwerk Lautenthal. Nach einem kleinen Rundgang durch das Museum, geht es zum ersten Mal in den Stollen, in dem man selbst einmal in einem Lastenboot fahren kann, in dem damals unter Tage die abgebauten Erze transportiert wurden. Dabei sitzt man im Boot und zieht sich anhand eines Drathseils durch die relativ dunklen Tunnel. 

Bergwerk Lautenthal, Harz, Deutschland
Bergwerk Lautenthal, Harz, Deutschland

Alte Bergbahn im Bergwerk Lautenthal, Harz, Deutschland

Wieder oben angekommen, ziehen wir direkt weiter zum Bahnhof der Grubenbahn. Nachdem wir unsere Helme bekommen haben, kann es losgehen. Wirklich komfortabel ist es in den engen Wagons natürlich nicht, aber die Leute waren ja auch nicht zum Spaß im Bergwerk. Ganz im Gegenteil. Die Männer haben damals eigentlich nur zum Arbeiten gelebt. Entweder waren ihre Körper mit knapp 30 Jahren so dermaßen geschunden, dass sie kaum noch einen Becher halten konnten oder sie sind durch die jahrelange Belastung unter Tage nicht viel älter geworden. Im Laufe der Zeit wurden zwar immer neuere Technologien entwickelt, aber eigentlich war es bis zur Schließung des Bergwerks ein verdammt harter Job.

Bergwerk Lautenthal, Harz, Deutschland
Bergwerk Lautenthal, Harz, Deutschland
Bergwerk Lautenthal, Harz, Deutschland

Goslar

Wenn wir schon in der Nähe von Goslar sind, ist es logisch, dass wir der Stadt einen Besuch abstatten. Für den kleinen Citytrip lasse ich meine Trekkingstiefel im Hotel und ziehe mit meinen Sneakern los. Ganz böser Fehler, wie sich später herausstellen soll. Aber dazu gleich mehr. Erstmal geht es in die Altstadt von Goslar, die ein paar wirklich sehr schöne alte Gebäude zu bieten hat. Wir streifen ein wenig durch die malerischen Gassen und gehen anschließend noch ein bisschen shoppen. Zwischendurch regnet es stark und es ist ungemütlich kalt. Während wir so in der Stadt sind, suche ich ein wenig im Internet nach einem Spot, von dem man vielleicht ein gutes Foto von der Stadt machen kann. Da der Kirchturm mitten in der Stadt leider noch nicht für das Publikum geöffnet hat, müssen wir etwas umdisponieren.

Goslar, Harz, Niedersachsen, Deutschland
Kaiserpfalz, Goslar, Harz, Niedersachsen, Deutschland
Goslar, Harz, Niedersachsen, Deutschland
Goslar, Harz, Niedersachsen, Deutschland
Breite Tor, Goslar, Harz, Niedersachsen, Deutschland

Nach einer weiteren Online-Recherche finde ich einen anderen Spot etwas außerhalb der Stadt auf einem Berg. Also ab ins Auto und hoch da. Während wir nach oben fahren, fängt es an zu schneien. Das gibt der ganzen Szene noch das gewisse Etwas. Nachdem wir unsere Fotos im Kasten haben, geht es weiter zu einem Wasserfall, der sich in der Nähe befinden soll.

Schnee über Goslar, Niedersachsen, Harz, Deutschland
Maltermeister Turm, Goslar, Niedersachsen, Harz, Deutschland

Die Verlobungsinsel

Wir lassen uns vom Handy zum besagten Wasserfall navigieren. Doch je höher die Berge um uns werden, umso schlechter wird auch das Netz. Schließlich ist es ganz weg und auch das Navi im Fahrzeug kann uns nicht mehr orten. Egal, denn die Gegend ist einfach atemberaubend. Ärgerlich ist nur, dass der Schnee sich inzwischen in einen fiesen Regen verwandelt hat.

Goslar, Niedersachsen, Harz, Deutschland

Trotzdem lassen wir uns davon nicht abhalten und steigen aus, um einen Spaziergang zur sogenannten Verlobungsinsel zu machen. Um dort hinzugelangen nehmen wir einen Waldweg, der an einem reißenden Fluss entlang führt. Meine Sneaker sind inzwischen komplett durch und dementsprechend auch meine Füße. An eine Rückkehr zum Auto ist dennoch nicht zu denken.

Goslar, Niedersachsen, Harz, Deutschland
Goslar, Niedersachsen, Harz, Deutschland

Goslar, Niedersachsen, Harz, Deutschland
Verlobungsinsel, Goslar, Niedersachsen, Harz, Deutschland

Nass bis auf die Knochen erreichen wir endlich die kleine Insel, auf die man über eine kleine Brücke gelangt. Außer ein paar Bänken und eine Stempelstelle für Wanderer befindet sich nichts auf der Insel. Den Namen hat sie vermutlich daher, dass sich Pärchen an diesem Ort verloben. Ohne Antrag, aber mit ein paar schönen Fotos machen wir uns auf den Rückweg zum Wagen und fahren anschließend ins Hotel, um unser letztes Abendessen zu genießen. Morgen geht es leider schon wieder zurück in den Alltag.

Der Harz, mit seinen Wäldern, Bergen und der ganzen Natur hat uns sehr gut gefallen und hat Lust auf Mehr gemacht. Wir waren sicher nicht zum letzten Mal hier. Vor allem, da wir nur einen kleinen Bruchteil der tollen Gegend gesehen haben und der Harz von Bremen/Niedersachsen sehr gut erreichbar ist.

Bildergalerie | Harz

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