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Hamburg - Hafenrundfahrt mit dem PKW

Text und Fotos: Dennis Gloth

Mit dem Auto bin ich schon unzählige Male durch Hamburg gefahren. Aber meistens nur die A1 entlang in Richtung Norden. Dabei haben mich die riesigen Containerkrane, die man von der Autobahn sieht, schon immer fasziniert. Nur leider habe ich es nie geschafft, die Kolosse aus Stahl etwas näher zu betrachten, da es während der Fahrt einfach nicht möglich ist und einfach auf der A1 anzuhalten ist wohl auch nicht die Lösung. Also höchste Zeit für einen Fotoausflug in Hamburgs Hafen.

Containerschiffe auf der Elbe im Hafen von Hamburg
Reges Treiben auf der Elbe.

Finkenwerder

Unsere Hafentour starten mein guter Kumpel Olli von Oliver Baumgart Fotografie in Finkenwerder, einem Vorort von Hamburg, der eher wie eine kleine Stadt wirkt. Hier scheint alles etwas ruhiger und nicht von Touristen überlaufen zu sein, wie man es von Hamburg gewohnt ist. In Finkenwerder fahren wir zu einem kleinen Hafen, der an sich aber nicht viel zu bieten hat. In dem Hafenbecken liegen hauptsächlich kleine Boote von Privatleuten, die von hier aus ihre Wochenendausflüge starten. Trotzdem lohnt es sich, hier auszusteigen und ein paar Meter zu gehen. Denn direkt am Wasser befindet sich ein, nicht besonders hoher, aber dennoch cooler Aussichtsturm, von dem wir einen tollen Blick über die Elbe haben. Wir müssen auch nicht lange warten, bis das erste Containerschiff an uns vorbeizieht um im Hafen gelöscht zu werden. In der Ferne sehen wir schon die nächsten „Pötte“, die die Elbe in Richtung Hafen ziehen. Nachdem die Containerschiffe an uns vorbei sind, folgen wir ihnen mit dem Auto quasi bis ins Hafenbecken.

Hafen von Finkenwerder, Hamburg, Deutschland
Der kleine Hafen von Finkenwerder. Im Hintergrund der Aussichtsturm ...
Containerschiff auf der Elbe im Hafen von Hamburg
... von dem man einen guten Blick auf die Elbe und die vorbeiziehenden Schiffe hat.

Containerschiff Montreal Express, Hamburg, Deutschland
Die Montreal Express beim Einlaufen in den Hafen.
Containerschiff MSC Katyayni, Hamburg, Deutschland
Und die MSC Katyayni beim Auslaufen aus dem Hafen.

Der Burchardkai

Wir machen uns auf dem Weg zum Burchardkai, dem größten Containerterminal des Hamburger Hafens. Allein an dieser Kaianlage stehen 30 sogenannte Containerbrücken (Krane) zum Be- und Entladen der Schiffe. Ich würde gerne noch ne Runde klugscheissen und euch erzählen, wie viele Container hier jährlich umgeschlagen werden. Aber leider gibt der Mutterkonzern HHLA dazu keine Zahlen bekannt. Ganz einfach ist es aber nicht, die Krane zu fotografieren. Logischerweise können wir nicht einfach mal eben auf das Betriebsgelände fahren, um ein paar Bilder zu machen. Kurz vor der Firmeneinfahrt lächeln uns auch schon die „Fotografieren verboten“ Schilder an. Also drehen wir um und halten weiter Ausschau nach einem geeigneten Platz, den wir dann in Form einer Fußgängerbrücke finden. Von hier aus haben wir einen sehr guten Blick auf die Krane und das Hafenbecken. In dem wir auch eines der Schiffe wieder entdecken, das bereits in Finkenwerder unseren Weg kreuzte.

Containerbrücken Burchardkai, Hamburg, Deutschland
Die riesigen Containerbrücken haben mich schon immer fasziniert.

Wir setzen unseren Weg über die Köhlbrandbrücke fort, um noch weitere interessante Fotospots zu finden. Doch das ist gar nicht so einfach. Von Hafenromantik ist leider auch in Hamburg nicht mehr viel zu spüren. Fast alle Gelände sind weiträumig eingezäunt und unzugänglich. Was sicherlich auch sinn macht. Aber für uns Fotografen ist es schon ein bisschen frustrierend, wenn man nicht mal an ein Hafenbecken oder an ein paar Schiffe zumindest etwas näher herankommt. Beim durchfahren der vielen verwinkelten Straßen, entdecken wir in einiger Entfernung ein Kreuzfahrtschiff. Das möchten wir unbedingt noch mitnehmen, bevor wir unseren nächsten Punkt auf der Liste ansteuern. Nach einigem suchen finden wir sogar einen ziemlich guten Standpunkt, von dem wir die AIDAperla ablichten können.

Kreuzfahrtschiff AIDAperla im Hafen von Hamburg, Deutschland
Die AIDAperla im Hafen von Hamburg.
Ein Schiff für Hafenrundfahrten wirkt im Verhältnis zur AIDA wie eine Nussschale
Ein Schiff für Hafenrundfahrten wirkt im Verhältnis zur AIDA wie eine Nussschale

Der alte Elbtunnel

Anschließend machen wir uns auf dem Weg zum alten Elbtunnel. Diesen wollte ich auch schon immer mal besuchen. Von Außen wirkt der Tunnel eher unscheinbar. So unscheinbar, dass wir zuerst einfach an ihm vorbei fahren. Zu unserer Verteidigung sei aber gesagt, dass sich zur Zeit eine Baustelle vor dem Gebäude befindet und überhaupt, wer vermutet in einem Gebäude einen Tunnel? Man gelangt per Fahrstuhl oder per Treppe in den knapp 430 Meter langen Tunnel, der 1911 eröffnet wurde und die Elbinsel Steinwerder mit den St. Pauli-Landungsbrücken verbindet. Es ist eine Menge betrieb in der Röhre. Hunderte Menschen durchqueren den Tunnel zu Fuß oder mit dem Rad. So langsam habe ich Hunger und muss mir etwas zu Essen kaufen. Gut, dass wir bei verlassen des Tunnels direkt an den Landungsbrücken rauskommen, wo wir uns erstmal ein leckeres Fischbrötchen mit saftigem Backfisch und cremiger Remoulade gönnen. Wir beobachten noch ein bisschen das Treiben auf der Elbe und am Ufer bevor wir uns auf dem Weg zurück nach Steinwerder und von dort aus nach Bremen machen.

Der alte Elbtunnel, Hamburg, Deutschland
Die Röhre des alten Elbtunnels.
Schild im alten Elbtunnel, Hamburg, Deutschland
Gelegentlich rollen hier sogar noch PKW durch.

Die Elbphilharmonie und das Schiff "Cap San Diego", Hamburg, Deutschland
Die Elbphilharmonie und das Schiff "Cap San Diego"
Blohm und Voss, Trockendock, Hamburg, Deutschland
Die Blohm und Voss Werft. Leider nichts im Trockendock.

Es war sicherlich nicht die letzte Tour nach Hamburg. Besonders der erste Spot mit dem Aussichtsturm hat es Olli und mir angetan, weil wir irgendwie ein Faible für Schiffe und Häfen haben und man vom Turm eine gute Sicht auf die Elbe und die Schiffe hat. Da ich aus der Logistikbranche komme, finde ich Containerschiffe ohnehin irgendwie krass. Auf den Schiffen wirken die Container wie bunt übereinander gesteckte Legosteine. Doch wer selbst schon mal in einem Container stand und diesen entladen musste, weiss, das die Boxen um einiges größer sind.   

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Kommentare: 2
  • #1

    Norbert Aichele (Mittwoch, 25 Juli 2018 18:20)

    Hallo!
    Ich arbeite seit nunmehr 36 Jahren für die Deutsche Bahn im Hamburger Hafen und finde es immer wieder interessant, wie Außenstehende diesen sehen. So habe ich den Beitrag gerne gelesen. Ein paar Dinge habe ich vermisst, aber, wenn ich es richtig verstanden habe, war dieser Artikel nur ein Auftakt. Da könnte ich gerne ein paar Tips ablassen.
    Zum Beispiel: Zur HHLA gehört auch das Terminal CTA (Container Terminal Altenwerder), welches einen für mich unrühmlichen Hintergrund besitzt. Einst gab es dort nämlich den Stadtteil Altenwerder, der für den Bau der Kaianlagen komplett platt gemacht wurde - außer der kleinen Kirche, die ein Kulturerbe ist und deshalb nicht abgerissen werden darf. Ist nichts besonderes, aber ein hübsches fotogenes Bauwerk.
    Ich arbeite ja auf dem Hafenbahnhof Alte Süderelbe, welcher 1995 im Betrieb genommen wurde. Das Hauptgebäude mit dem hohen Turm bietet von der oberen Plattform eine wundervolle Aussicht über das gesamte Hafengebiet. Ich kenne den einen oder anderen von der HPA (Hamburg Port Authority), der das Gebäude gehört. Vielleicht könnte ich euch da hoch schleusen. Auch kenne ich ein paar Leute vom Burchardkai, CTA oder auch Eurogate, sodass es vielleicht machbar wäre (versprechen kann ich nichts), dass ihr doch auf die Kaianlagen kommt.
    Und doch, die HHLA gibt jährlich die Container-Umschlagszahlen bekannt, sie erscheinen sogar in der Tageszeitung. Mal sehen, ob ich etwas dazu finden kann.
    Ansonsten lese ich jetzt noch ein paar andere Sachen. Die Seite geht in meine Favoriten. Viel Spaß noch, für euch und für mich.

  • #2

    Dennis (Freitag, 27 Juli 2018 10:33)

    Hallo Norbert, vielen Danke für dein tiefgründiges Feedback. Es freut mich, dass dir der Artikel gefallen hat und du mir sogar noch ein paar Tipps gegeben hast. Das die Zahlen von der HHLA nicht rausgeben werden, hatte ich im Internet gelesen und wusste nicht, dass sie sie doch veröffentlichen.

    Das man einen ganzen Stadtteil für die Kaianlagen plattgemacht hat wusste ich auch noch nicht. Das ist schon ganz schön heftig und auch irgendwie verrückt. In Hamburg machen sie Stadtteile für den Hafen platt und hier in Bremen schütten sie die Hafenbecken zu, um neuen Wohn- und Arbeitsraum zu generieren.

    Sollte sich wirklich irgendwann mal etwas ergeben, dass wir noch mal aus einer anderen perspektive an die Containerbrücken kommen sollten, wäre das natürlich klasse.

    Dir auch noch viel Spass auf meiner Seite und bis Bald.

    Viele Grüße

    Dennis